Mein Indien – 2001 bis 2004

Indien, das Land das mir so gar nicht gefallen wollte beim ersten Besuch, sollte die Heimat meiner Seele werden. Nicht das moderne Indien, nicht Bollywood und auch nicht der Hinduismus als Religion, der sich nicht von anderen Religionen unterscheidet mit Regeln, die der Klerus vorgibt, der zu wissen glaubt was Gott gefällt. Nein, es war die Philosophie, die Mystik und die Metaphysik, die Weisheitstexte, später dann die Dichtung und die Mythen, die mich für immer in ihren Bann zogen, mein Leben bereicherten und zu meinem Lebensinhalt wurden.

Ich kenne Indien besser als Deutschland, war hoch oben im eisigen Himalaya

und ganz unten in heißen Kanya Kumari, der Südspitze Indiens.

Keine Minute in diesem Land möchte ich missen.

In einem Ashram zu leben hätte ich mir im Prinzip gut vorstellen können, doch sieht das System vor, dass man sich dem Guru ‚unterwirft‘. Was er sagt und wie er die Schriften auslegt ist nicht in Frage zu stellen. Das kommt für mich nicht in Frage. So lebe ich hier in meinem eigenen Ashram, kann lesen was mir zusagt, mir alle möglichen Auslegungen zu Gemüte führen und die für mich stimmige(n) verinnerlichen. Warum sollte ich die Vielfalt des Indischen Gedankengutes auf die Meinung einer Person reduzieren …???

Mit Gurus kam ich natürlich in Kontakt, keiner hat mich überzeugt.

Bodhgaya, Sarnath 2001

Mir kam ein Reiseveranstalter in die Hände, der weniger Wert auf Kultur und Kunst legte, sondern auf geistige Inhalte. Soll heißen, wenn man ein Kloster besichtigt ging es nicht nur darum wie alt die Steine sind und wer es erbaute, sondern darum was darin gelebt wird.

Ich vermeide das Wort Spiritualität, weil es bei uns leider banalisiert wurde, aber ich meine das Wort in seinem ursprünglichen Sinn des geistigen Weges.

Wieder Indien, wieder das buddhistische Indien … Bodhgaya und Sarnath … auf den Spuren des Buddha.

In Bodhgaya, in Indischen Bundesstaat Bihar, erlangte vor 2.600 Jahren Prinz Siddharta das was wir, ebenfalls banalisiert, Erleuchtung nennen. Siddharta wurde des Letztendlichen gewahr und wurde ein Buddha, ein Erwachter.

Somit ist Bodhgaya einer der wichtigsten Pilgerorte der Buddhisten. Der Banyan Baum unter dem er meditierte ist nun der Bodhi Baum. Bodhi – die höchste Erkenntnis, das Erwachen.

Der Mahabodhi Tempel ist der sakrale Ort, der dieses Ereignisses gedenkt.

Bodhgaya selbst ist ein stiller, friedlicher Ort, ganz im Gegensatz zu den hinduistischen Pilgerstätten, wo es immer hoch hergeht.

Jedes Land hat hier sein Kloster, im jeweils landesüblichen Stil erbaut. Wie in allen Religionen so gibt es nicht ‚den Buddhismus‘, sondern zahllose Strömungen. Hier hat man sie alle beisammen, man wandert vom Tibetischen Kloster einfach rüber zum Japanischen und weiter zum Thailändischen.

Ein besonders eindrücklicher Anblick war eine Gruppe Moslems die um einen Buddhisten herumsaßen und ihm lauschten … in der Ferne konnte man die Moschee erkennen …

Die Touristische Infrastruktur war ebenfalls gegeben, ein schönes Hotels, nette Cafés … wer also den weltlichen Genüssen noch nicht widerstehen konnte, so wie ich, der fand nach dem inspirierenden Gespräch mit einem Mönch einen Wirt, der das Begehren nach Süßem stillte.

In Sarnath, im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, hielt Buddha seine erste Lehrrede. Der Ort gleicht Bodhgaya, auch hier viele buddhistische Klöster und ein Tempel, doch fehlt Sarnath nach meinem Empfinden die Atmosphäre, die Lebendigkeit, ich empfand den Ort eher wie ein großes Freilichtmuseum. Mehr Touristen als Buddhisten.

Weitere Orte, die im Zusammenhang mit Buddha stehen sind Lumbini, sein Geburtsort, heute in Nepal und Kushinagara, ebenfalls in Uttar Pradesh, wo er starb.

Dharamsala 2002

Und nochmal das buddhistische Indien, Dharamsala, bzw. McLeod Ganj, wo die Tibeter ihre neue Heimat finden durften. Verbunden war die Reise mit einem Seminar zum Tibetischen Buddhismus und natürlich einem Treffen mit dem Dalai Lama, der dann allerdings erkrankte und keine Audienzen gab.

McLeod Ganj ist ein in die Felsen gebauter Ort.

Für mich ein einziges Wunderwerk der Statik,

die Landschaft ist grandios, zumindest wenn sich ab und zu die Berge zeigten, zu beobachten von den Restaurants, die auf den üblichen Flachdächern die zahlreichen Touristen verwöhnen.

Die meisten Teilnehmer der Reisegruppe waren Tibet Freunde, nur eine Dame war, so wie ich, neutral und wurde, so wie ich, immer kritischer.

Die Reise glich einer Kaffeefahrt, von einem Wohltätigkeitsprojekt zum nächsten, von einer Patenvermittlung zur nächsten. Man kam an, wurde bewirtet und mit dem Tee und den Keksen kamen die Patenschaftsverträge. Wo immer das Mitleid angeregt wurde, da wurden wir hingefahren.

Die Klöster waren vom Feinsten, ein neu erbautes hatte sogar Fliegengitter. Die Tibeter waren fein gekleidet in ihren traditionellen Gewändern, hatten feste Schuhe, während die wenigen Inder die hier lebten ärmlich herumliefen in verschlissenen Badelatschen. Das Kunsthandwerk war heillos überteuert und die Tibeter gingen im Preis keine Rupie runter.

In der Gruppe war eine junge Schweizerin, sie hatte lange nicht so viel Urlaub wie wir, ich glaube es waren 20 Tage, diese Zeit wollte sie in einem Krankenhaus arbeiten. Doch das hatten die Tibeter nicht nötig, sie wurde abgewiesen … zu kurz. Wenn man sich das überlegt, sie wollte ja kein Geld dafür, hätte Unterkunft und Essen selbst bezahlt, es war reiner Idealismus, sie hätte alles gemacht.

Das fiel mir einfach so auf. Und ich erinnerte mich an einen Satz, den ich einmal las ‚der Dalai Lama ist der Manager einer Mitleidsindustrie‘, ja, genau so empfand ich es. Ich war die einzige, die ohne Patenschaft nach Hause fuhr. Auch die andere kritische Dame hatte sich schlussendlich überzeugen lassen.

Ich habe mich in keinem Ort jemals so unwohl gefühlt wie hier. Ich weiß auch nicht warum, es war eigentlich alles da was man sich nur wünschen konnte. Aber etwas deprimierte mich.

Irgendwann kam ich mit einem Inder ins Gespräch, er erzählte mir von einem herrlichen Tempel im Tal, in dem morgen ein Fest sei, ob ich hinfahren wolle, ein Verwandter habe ein Taxi. Und wie ich wollte.

Und so fuhr ich runter in das hinduistische Indien, ins Warme, in die Üppigkeit der grünen Felder, ins Leben. In dem Tempel war volles Programm. So hatte ich Indien noch nicht erlebt, ich fühlte mich plötzlich zu Hause, angekommen. Ein großes Feueropfer fand gerade statt, Trommeln, Glocken, Mantren, Räucherwerk … ein Augen- Ohren- Nasenschmaus. Nett wie die Inder sind nahmen sie mich gleich in ihre Mitte, ich machte einfach nach was sie taten, die Angst, etwas falsch zu machen wich immer mehr. Als das Feueropfer zu Ende war traute ich mich allein in den Tempel, jemand verkaufte mir ein Körbchen mit Opfergaben, ich ging den anderen Gläubigen nach, gab es, wie die anderen, bei einem Priester ab. Er nahm es und gab es mir mit weniger Inhalt wieder zurück. Keine Ahnung hatte ich, es war einfach nur schön. Ich blieb noch lange in dem Tempel, das Feuer des Opfers war erloschen … das war der Tag an dem ich mich in Indien, in das hinduistische Indien, verliebte und diese Liebe dauert bis heute an. Ich hatte an diesem Tag das gefunden wonach ich suchte.

Ich schlenderte noch durch den Basar, weit und breit kein Westler, die Leute schauten mich interessiert an, ich kaufte an den einzelnen Ständen etwas, irgendetwas zur Erinnerung.

Dann ging es wieder hinauf in die Einöde in die Leblosigkeit, anders kann ich es nicht beschreiben. Dharamsala empfand ich nun erst recht destruktiv. Am anderen Tag stand eine Wanderung auf dem Programm, da ging ich mit, am nächsten Tag fuhr ich wieder hinunter und dann ging es zurück, die Reise nahm ihr Ende.

Rishikesh 2002

Das Indien Fieber war geweckt und wie es dann halt so kommt, kaum war ich zu Hause stöberte ich im Internet und fand eine Reise in einen Ashram, nach Rishikesh, rund 100 km nördlich von Delhi.

Da war’s dann um mich geschehen, das war meine Welt, das habe ich gesucht all die Zeit, auf all meinen Reisen.

Die knapp drei Wochen vergingen wie im Flug, die Tage waren ausgefüllt mit Meditation, Vorträgen, Ausflügen und all den rituellen Geschehnissen im Ashram und im Ort.

Rishikesh war (damals noch) ein lieblicher Ort am Ganges, viele Westler waren da, aber sie gingen im Gesamtbild unter. Wir kauften uns alle einen Panjabi, das ist eine weite Hose mit langem Oberteil und einem Schal, um richtig dazuzugehören. Ashrams und Tempel reihten sich aneinander und jede Menge Läden und Restaurants natürlich, in der German Bakery traf sich die Yoga Szene, die Aussteiger und Lebenskünstler. Ich machte alles im Ashram mit, aber das Essen war mir bald zu eintönig, da ging ich doch lieber auf Entdeckungstour in Rishikesh.

Zu jedem Ashram gehört ein Guru, ich kaufte mir Literatur des Ashramgründers. So bekam ich einen ersten Eindruck von der Indischen Geisteswelt, die mich tief beeindruckte und die mir, im Gegensatz zum Tibetischen Buddhismus, sofort eingängig war.

Varanasi 2003

Viel wusste ich noch nicht über Indien, aber eine Reise nach Varanasi, die heilige Stadt des Gottes Shiva, zog mich in ihren Bann. Zwei Wochen intensiv, keine Rundreise, nur diese Stadt, geleitet von einer seit vielen Jahren dort lebenden Schweizerin.

Warum sich Leute auf solch eine Reise begeben, die es stört, wenn frühmorgens die Tempelglocken läuten und das Mantra ‚Om Namah Shivaya – Ehre sei Shiva‘ erschallt verstehe ich so wenig, wie ich jemals verstanden habe warum sie in den Orient fahren und sich dann über den morgendlichen Ruf des Muezzins aufregen.

Wir waren nur sechs Teilnehmer, zu Indien hatte nur eine Dame eine Beziehung, die anderen wollten einfach mal nach Varanasi. Die Schweizerin fackelte das an sich spannende Programm lieblos ab, wahrscheinlich waren alle Gruppen so und sie hatte aufgegeben. Bald merkte ich, dass ich mich allein auf die Socken machten musste wollte ich Varanasi mit allen Sinnen erfahren.

Vor allem abends, wenn das sakrale Leben beginnt, wollte ich in der Stadt sein und nicht mit Desinteressierten im Hotel sitzen. Jeden Abend wurde der Ganges verehrt, in Indien die Ganga, die Flussgöttin. Ich traf einen Priester, der diesen Ritus veranstaltete und ich durfte bei den Vorbereitungen helfen. Da war ich dann jeden Abend. Auch wenn ich von allem noch nichts verstand, es war ein ganz besonderes Erlebnis. Varanasi sollte meine Lieblingsstadt werden, ich war nicht das letzte Mal dort.

Pilgerreise mit einem Guru 2004

Das Internet machte es möglich … 2003 fand ich eine Pilgerreise mit einem Guru. Eine internationale Gruppe machte sich auf nach Tamil Nadu. Man durfte nicht so einfach mit, man musste sein Horoskop schicken, dann ein Interview am Telefon. Ich hatte schlaflose Nächte, was wenn ich nicht mit darf? Ich durfte mit und war dann eine von 84 Teilnehmern aus 16 Nationen und allen fünf Kontinenten.

Während des Jahres machte ich einen Fernkurs, um mich mit der Lehre des Ashramgründers vertraut zu machen. Kostenlos, es war kein ‚kommerzieller‘ Guru. Dieser Fernkurs setzte weitere Grundlagen auf denen ich aufbauen konnte. Ich wurde vertraut mit weiteren Prinzipien des alten Gedankengutes Indiens.

Um es vorweg zu nehmen, meine Erwartungen wurden übertroffen, nach den drei Wochen war ich erschlagen. Wir trafen sakrale Persönlichkeiten höchsten Ranges und kamen mit diesem Guru natürlich überall hinein, wir waren in den Tempeln im Heiligtum, nahmen an Riten teil, die dem normalen Touristen verschlossen sind, die ihn sicher auch nicht interessieren … ich denke an Varanasi … eine Puja, wie der Verehrungsritus genannt wird, kann sich gut und gern über Stunden hinziehen, es ist voll und damit eng, man sitzt eingeklemmt auf dem Boden … das ist nicht jedermanns Sache. Ich war hin und weg.

Nun gehöre ich aber zur kritischen Sorte Mensch, ich nehme Dinge nicht einfach so hin weil sich da jemand Guru nennt.

Der Guru ist per Definition das für den Geist was der Arzt für den Körper ist. Der Guru soll den Schüler zu höchster Erkenntnis führen, um es ganz einfach auszudrücken.

Was ich hier erlebte war reiner Personenkult. Der Guru reiste mit einer Schar Mönche an, wie der Kaiser mit seinem Tross.

Und ich wusste, dass in seinem Ashram Frauen nicht übernachten durften, geschweige denn als Nonnen dort zu leben. Die Philosophie die der Ashramgründer vertrat war eine, die die Rollenverteilung nach archaischem Muster festlegte. Die Frau gebärt und dient dem Mann.

Frauen dürfen während ihrer Periode keine Tempel betreten, weil sie ‚unrein‘ sind, das geben die Priester so vor. Man kam den Frauen nun auf der Reise entgegen, sie durften in die Tempel. Allerdings wurde uns schon in der Einleitung mitgeteilt, dass sie sich von Guru und Mönchen während dieser Zeit fernzuhalten hätten. Ein Guru, also ein per Definition geistig hochstehendes Wesen, das als Gott gleich verehrt wird, müsste jenseits solcher Wertungen stehen. Belassen wir es dabei.

Es ist in Indien üblich, die Füße großer Meister zu berühren, wir krochen ständig auf dem Boden herum, um die Füße dieser Herrschaften zu berühren. Die Inder sicher aus Überzeugung, sie sind in dieser Tradition groß geworden und kennen es nicht anders, aber dass sich auch Westler dafür begeisterten soll mir ein Rätsel bleiben. Ich hörte bald damit auf, vor allem weil weder der Guru noch die Mönche mich überzeugten, weiser zu sein als ich.

Die hochgestellten Persönlichkeiten, die ich erwähnte, hielten meist einen Vortrag und zogen sich dann mit dem Guru in ein Separé zurück, das uns verschlossen war. Wieder Personenkult. Der Gott Krishna schreibt klar in der berühmten Bhagavad Gita: ‚Dem Weisen sind alle Wesen gleich.‘ Und der Guru ist ja nunmal die Verkörperung der Weisheit. Da passt das einfach nicht zum Gesamtbild.

Eine andere Ehre war es für alle außer mir, die Reste des Gurus vom Essen zu essen oder sein Glas leerzutrinken. Das leitet sich davon ab, dass im Tempel-Ritus der Gottheit eine Speise dargebracht wird, die danach als von der Gottheit ‚gegessen‘ gilt. Das kann ich nachvollziehen, das ist etwas Heiliges. Nun, da der Guru in Indien Gott gleich ist, sind seine Reste ebenso heilig. Tut mir leid … ohne mich!

Ich will das hier nun nicht weiter austreten, Fakt ist, diese Guru Welt ist nichts für mich. Man darf nichts in Frage stellen was der Guru von sich gibt. Da bin ich nicht unterwürfig genug. Ich bin bereit jedem die Füße zu küssen, darum geht es mir nicht, aber er muss mir erst beweisen, dass er dessen würdig ist. Ich traf auf meinen Reisen noch anderer Gurus, zum Küssen kam ich nicht.

Kumbha Mela 2004 und 2010

Die Kumbha Mela ist das größte Pilgerfest der Erde, Millionen Hindus kommen hier zusammen, religiöse Gruppierungen, Ashrams, Gurus, Asketen, Mönche und ‚normale‘ Menschen. Und es gab tatsächlich einen Reiseveranstalter, der das im Angebot hatte. Es war eine weitläufige Indienreise, mit drei Tagen auf diesem Fest in Ujjain. Gefeiert wird der Sieg der Götter beim Kampf um den Unsterblichkeitstrank, der sich in einem Gefäß (Kumbha) befand, Mela heißt Fest.

Ich hatte davon schon in der Zeitung gelesen, reine Sensationsgier, nackte, mit Asche bestrichene Asketen wurden zur Schau gestellt, ohne das Wissen darum.

Diese Asketen haben alles hinter sich gelassen. Sie leben nicht unter Menschen, sondern in vollkommener Einsamkeit. Die Geilheit des Westens ist ihnen fremd, auch das haben sie überwunden und sie sind auch dann noch nackt, wenn es Minusgrade hat. Die Asche nun ist das Symbol der Vergänglichkeit, die wir so gern verdrängen, nicht wahrhaben wollen, dass wir evtl. das Morgen nicht erleben. Sie verehren den Gott Shiva, der für das Stirb und Werde im Hinduismus steht. Dem Inder sind diese Männer heilig. Dass in der überwiegenden Mehrzahl Bekleidete an der Mela teilnehmen erwähnt die westliche Berichterstattung nicht.

An diesem Fest nun nahm ich drei Tage teil, wir wohnten außerhalb in komfortablen Zelten und hielten uns tagsüber auf dem Mela Gelände auf. Wenn man von den paar Nackten absieht und der schieren Menge der Teilnehmer gibt es nichts Sensationelles zu berichten. In Zelten werden Vorträge von Gurus gehalten, Riten finden statt, an allen Ecken wird gesungen und gefeiert, Umzüge und Prozessionen finden statt und, das Wichtigste, es wird an bestimmten Tagen, die sich nach Sternenkonstellationen richten, ein Bad im heiligen Fluss genommen.

Weil’s so schön war fuhr ich 2010 nochmal hin, diesmal nach Haridwar und da ließ ich es mir nicht nehmen direkt auf dem Mela Gelände zu wohnen … bei einem Guru, der für Westler ein Camp aufbaute. Mehr bot er nicht. In einem nahegelegenen Ashram ergab es sich, dass ich an der Prozession dieses Ashrams hin zum Badeplatz mitgehen durfte. Das war durchaus ein Höhepunkt in meinem Reiseleben.

Erwähnen möchte ich noch die logistische Glanzleistung der Inder. Zig Millionen Menschen zu einem bestimmten Punkt zu leiten, das macht ihnen keiner nach. Ja, es wird bei uns hin und wieder von Toten berichtet, es wird sicher mal jemand totgedrückt, auch ich hatte Panik Attacken, das gebe ich zu. Der Inder kann nicht warten, er drängelt immer, und manchmal gibt es eben arg enge Stellen … das sind dann Unfälle, wie sie auch bei uns geschehen.

            
            
          
      

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