Gruppenreise

Ich hatte die Gruppenreise für mich entdeckt. Es wurde mir immer klarer, dass ich stets alleine reisen werde. Mein Bekanntenkreis hatte doch ganz andere Lebensziele als ich … Eigentumswohnung, Hochzeit, Haus, Familie. Reisen würden sie dann wenn die Kinder aus dem Haus sind oder wenn sie in Rente sind. So lange wollte ich nicht warten, heiraten stand eh nicht auf meinem Programm und zu was brauchte ich eine Eigentumswohnung, wenn mir dann die Welt nicht mehr offenstand.

Gutmeinende Mitmenschen gerieten in Sorge: ‚Wirf dein Geld doch nicht so hinaus.‘ Das war ein Standardspruch. Ich bereue keinen Cent den ich für meine Reisen hinausgeworfen habe. Besitz ist vergänglich, Reise-Erinnerungen ewig … mitnehmen kann man allerdings beides nicht. Ich bereue nichts.

Ein sogenannter Traveller war ich sowieso nicht, als stets auf Watte gebettetes Einzelkind wollte ich so komfortabel wie möglich reisen, mit guten Fluggesellschaften fliegen und am Ort wenn möglich ein ordentliches Hotel. Und ich wollte bzw. musste zum vereinbarten Termin wieder im Büro erscheinen. Ich bewunderte die jungen Leute durchaus, die durch Asien reisten ohne Plan und ohne Ziel, am Flughafen saßen und warteten ob sie einen Platz bekämen oder nicht … diese Lockerheit war mir nicht gegeben.

So war die organisierte Gruppenreise für mich ideal. Ich stieg zu Beginn des Urlaubs in ein Flugzeug ein und am Ende wieder aus. Um alles dazwischen kümmerte sich ein Reiseleiter. Das war für mich sorgloses Reisen. Und das Reiseangebot war riesig, da blieb kein Wunsch unerfüllt und kein Ort unerreichbar.

            
            
          
      

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