Yemen 1989

Die Zeit war nicht günstig für den Yemen, es gibt dort eine kleine Regenzeit, hatte ich nicht aufgepasst … ich will nun nicht sagen, dass es die Reise verregnet hat, aber es war doch alles in allem eine nasse Angelegenheit. Die Berge lagen oft im Nebel und die berühmte Stadt Schibam mit ihren aus Lehn erbauten Wolkenkratzern,


zu der wir auf abenteuerlicher Straße hinauffuhren, nahmen wir nur schemenhaft wahr. Hier die sonnige Seite.


Ein anderes Erlebnis war die Tatsache, dass wir zum Ramadan im Land waren. Wir saßen im Hotel in abgedunkelten Räumen beim Frühstück, Vorhänge waren zugezogen, damit man uns ja nicht beim Mampfen sehen konnte.

Nun ja, denke ich da, wenn einem das Fasten so schwerfällt, wenn man es nicht aus innerer Überzeugung tut, wenn man fastet, nur weil eine religiöse Regel es verlangt, dann ist es doch sinnlos. Die Weisheiten Asiens sprechen von der Wirkmacht der Gedanken – an was man denkt kann man auch tun.

Aber ein Ausbrechen verbietet der Gruppenzwang und so wie mir meine Mutter glaubte klarmachen zu müssen, dass, wenn ich nicht brav bin, dies der liebe Gott in seine Buchhaltung aufnimmt, so glaubt nun der Moslem, Allah würde sich darum kümmern, ob er heute isst oder nicht.

            
            
          
      

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