USA 1985

Dieses Jahr wurde ich 30 und meine Eltern schenkten mir eine Reise in die USA.

Ich hatte mir schon ‚Höhepunkte des Fernen Ostens‘ ausgesucht, meine Mutter meinte aber, die USA müsse man gesehen haben. Wie sie, die Deutschland noch nie verlassen hatte, darauf kam weiß ich nicht. Ich wollte meine Eltern nun auch nicht enttäuschen und, ja, ich gebe zu, es reizte mich schon auch. Also suchte ich mir eine dreiwöchige Reise aus ‚Von Küste zu Küste‘ mit folgenden Stationen

New York – Atlanta – Salt Lake City – Bryce Canyon – Grand Canyon – Carefree – Las Vegas – San Franzisko – Los Angeles – New Orleans – Miami – Washington – New York.

Und es war grandios! Auf keinen Fall möchte ich diese Reise missen, aber zu meiner Sehnsucht wurde das Land nicht. Sollte es ein Versuch meiner Eltern gewesen sein, mich auf den ‚richtigen‘ Weg zu bringen, er war gescheitert. Das Licht kommt nun mal aus dem Osten und das suchte ich.

In New York frühstückte ich bei McDonald’s und fand das unheimlich cool, wie man heute sagen würde. Beeindruckt hatte mich die Freundlichkeit der Menschen dort.

Ich stand vor dem riesigen Angebot – kein Vergleich mit dem hier bei uns – und wusste nicht was was ist und was ich wollen könnte. Sowohl die Bedienung als auch die Umstehenden waren sowas von nett und geduldig und freuten sich dann mit mir, als ich mein Frühstück endlich auf dem Tablett hatte. Keine Hektik, kein ‚wann geht’s denn endlich weiter‘, kein ‚was ist denn da vorn los?‘. Es war früh morgens, die Leute wollten ins Büro, ich denke mal alle außer mir hatten es eilig, aber man ließ es dem Fremden, dem Gast, nicht merken. Das war mein erster Eindruck von den USA.

In San Franzisko fehlte mir eine Münze um durch eine Schranke zu kommen, eine Frau schenkte sie mir. Diesem Vorbild folge ich seither, habe inzwischen schon etlichen ähnlich in der Klemme Sitzenden herausgeholfen.

So ging es auch weiter, es war eine rundum harmonische Reise. Megastädte und grandiose Landschaften wechselten sich ab.

Ich machte Bekanntschaft mit dem Amerikanischen Frühstück, da gab’s schon ein bisschen mehr als Semmel, Butter und ein Ei.

In Las Vegas erlebte ich 3D. Man saß in einem Rund. Als es begann neigten sich die Sitze, man lag praktisch. Dann ging ein ‚Film‘ ab, der mich in Angst und Schrecken versetzte. Man flog, man raste Serpentinen hinauf und hinunter, ich hielt mich am Sitz fest und redete mir immer wieder ein, dass das alles Fiktion war. Ich versuchte also, das Ganze zu genießen – es war ein nie wieder erlebtes Erlebnis. Die 3D Filme, die bei uns gezeigt wurden, waren nicht das was mir damals geboten wurde. Das war eine ganz andere Technik gewesen, man war mittendrin, man konnte die Gestalten buchstäblich anfassen bzw. sie fassten einen an. Ein wirkliches Highlight.

Und ewig in Erinnerung bleibt mir das Essen am heißen Tisch. Das kann man nicht beschreiben, das muss man gesehen haben. Überhaupt kann ich vom Essen nur das Beste berichten.

In New Orleans ging man mit dem Drink durch die Straßen, draußen dampfheiß, Kühlung kam aus den Restaurants in denen die Klimaanlage voll aufgedreht und die Türen offen waren, um die Straßen zu kühlen.

            
            
          
      

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